Matthi ASS Brien
Matthi ASS Brien

Refresher aktualisiert:  13.12.2017

Mit dem Wort Refresher meint man eine kleine Erfrischung oder eine kleine Erinnerung.
Hier finden Sie kleine Erinnerungshilfen aus Vorträgen, Seminaren oder Fachberatungen, die vor kurzer Zeit mit mir stattgefunden haben.

 

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Maria Bildhausen          15.11.2017               

Das Dominikus-Ringeisen-Werk hat zu diesem Fachtag eingeladen. „Ein Blick in die Erlebniswelt eines Menschen mit ASS“ hieß der Workshop, den Klaus Kokemoor und ich moderiert haben.

Wie jede andere ist auch diese Erlebniswelt geprägt von der subjektiven Sichtweise des Menschen und daher nicht auf jeden einzelnen übertragbar.

Es lassen sich bei Menschen mit ASS Bedürfnisse erkennen, die neurotypischen Menschen unbekannt, ähnlich einer anderen Kultur, erscheinen. Beispielsweise das Bedürfnis nach einer ruhigen visuellen Umgebung, wenn die Ablenkung durch faszinierende Muster zu groß geworden ist.

Dieses Phänomen wird in der Literatur häufig erwähnt, aber wie es sich permanent im Alltag zeigt, war für die Teilnehmer doch sehr überraschend.

Für den Betroffenen wird dann eher eine sich wiederholende Eintönigkeit wichtig, als die spannender TV-Unterhaltung.

Ein anderes Bedürfnis äußert sich in dem Bestreben nach einem soliden Ausgangspunkt. Ungewohnte Aufgaben lassen sich meist nur in Verbindung mit einer Fluchtmöglichkeit zum Ausgangspunkt zurück realisieren.

Das Thema war so interessant, wir alle hätten gerne noch mehr Zeit für die Diskussion gehabt.

 

Celle                             11.11.2017

Der Qualitätszirkel RAIK hatte zum Fachtag in Celle eingeladen. Das Interesse war riesengroß. Der neue Kreistags-Saal war mit Teilnehmern voll belegt. 5 Workshops wurden angeboten, einer davon hieß: „Inklusion am Beispiel Autismus.“ Kinder mit einer Autistischen Störung fallen durch ihr ungewöhnliches Verhalten auf, oft mit extremen Verhaltensweisen. Aber warum stört uns das, was ist daran unser Anteil? Wo liegt unser eigenes Problem? Hier ist eine Reflexion sinnvoller als einseitiges Einwirken auf das Verhalten des Kindes.

Die Erzieherin fragt sich: „Wie kommt Felix hier in der Kita mit seinen aktuellen Fähigkeiten klar? Wie kann er hier Zufriedenheit finden?“

 

 

 

Berlin                       04.11.2017

Der Bundesverband „Autismus-Deutschland“ hatte erneut zur Veranstaltung „Autistisches Wahrnehmen und Denken aus der Innen- und der Außenperspektive“ eingeladen.

Im Besonderen haben wir uns mit dem Begriff der Zentralen Kohärenz (Uta Frith) beschäftigt. Der Schwerpunkt lag auf den Begriffsfeldern: Zentrale Kohärenz in der Wahrnehmung, im Denken, im Handeln und in der Kommunikation. Das intuitive Erfassen eines Zusammenhangs geschieht bei neurotypischen Menschen intuitiv und unvermittelt. Menschen mit Autismus benötigen dafür eine bedeutend längere Zeit, da sie eine schwache Zentrale Kohärenz ausgebildet haben. Sie sind, wie Peter Vermeulen es ausdrückt, „kontextblind“ und fast alle Schwierigkeiten im Leben eines Menschen mit Autismus haben hierin ihre Ursache.
Im Anschluss haben wir den Film "Der lange Schulweg" gesehen, der diese Kategorien ganz praktisch am Alltag eines Schulkindes zeigt.

 

 

 

Worms                       18.10.2017

 

Die Lebenshilfe Worms hat zur Fortbildung: „Autistisches Wahrnehmen und Denken“ eingeladen.

Autismus ist kein spannender Unterhaltungs-effekt, trotz gegenteiliger Behauptungen und der vielen Bestseller zum Thema. Die autistische Störung geht vielmehr mit einem großen Leid einher. Die autistische Wahrnehmung fordert vom Kind eine große Energie, die vielen Bedeutungsebenen einer Situation zu erkennen und passend auf sie zu reagieren. Das kostet grundsätzlich viel Zeit und eine aktive Aufmerksamkeit um richtig zu reagieren. Eine andere Form von Schwierigkeiten entsteht in der Bindungsvermeidung. Das Kind kann seine tatsächlichen Bedürfnisse nicht formulieren und kann somit auch keine aktuellen Hilfestellungen annehmen.

Die Betreuende soll beim Kind das Gefühl von mütterlicher Zuwendung wachrufen, um Zugang zum Kind zu finden. Das setzt Vertrauen und Nähe voraus, was das Kind oft am meisten fürchtet. Diese Ambivalenz haben wir an vielen Beispielen diskutiert und probierten dies an einem Beispiel der Körperpflege, des Wickelns, aus. Auf dem gezeigten Pflege-Bild weint das Kind, es ist in seinen Gefühlen zutiefst verunsichert. Die mütterliche Freundlichkeit der Pflegerin ist ein Weg, das Kind durch diese Situation zu führen.

 

 

 

Helmstedt              09.09.2017

 

Der autistische Rückzug und die autistische Wut können uns ganz schnell an die Grenze bringen. Meist fallen uns nur Maßnahmen zur direkten Verhaltens-Änderung ein. Wir diskutieren gemeinsam über einen anderen und wirksameren Weg, das Kind zu verstehen und es in seiner Notlage zu unterstützen. Dabei stand die Bereitschaft zur Selbstreflexion ganz im Vordergrund: „Was sind die Wirkfaktoren, die ich auf den ersten Blick nicht sehe?“ „Was sind meine eigenen hinderlichen Vorstellungen?“.

Auch Felix kann ab einem gewissen Alter über sich selber reflektieren. Welche Faktoren „zwingen“ Felix und welche könnte er auch selber verändern? Wie kann eine Schulbegleitung mit ihm zusammen den Schultag so vorbereiten und durchführen, daß die Anstrengung nicht unweigerlich zu einem Overload führt?

 

 

 

Wolfenbüttel               24.08.2017

 

Das ITZ in Wolfenbüttel hatte zum Vortrag „Ein autistisches Kind in der Familie“ eingeladen. Das Interesse war riesengroß, der Saal war übervoll.

Die Familie ist für alle Mitglieder der Bereich der Regeneration, der Freude und der persönlichen Freiheit. Er ist allerdings verletzlich und kann durch viele Faktoren geschwächt werden. Ein Faktor könnte die autistische Störung des Kindes sein. Sie ist oft Anlaß dafür,  sich permanent mißzuverstehen und diese Mißverständnisse nicht zeitnah aufklären zu können. Zwischen dem inneren Erleben des Kindes und seines nach außen sichtbaren Verhaltens besteht ein großer Unterschied, den es zu beachten gilt.

Was können Eltern in einem warmen menschlichen Kontakt zum Kind tun und wie können sie das Kind ermutigen, auch von seiner Seite, Schritte auf die Eltern zu zugehen? Elterngruppen sind das perfekte Forum sich über diese beiden Fragen austauschen.

 

 

 

Hildesheim                        15.08.2017

 

Das Thema des Vortrags im Rahmen der Fortbildungsreihe der Malteser hieß: „Herausforderndes Verhalten am Beispiel Autismus“. Das Interesse war so groß, daß noch weitere Stühle für das Publikum geholt werden mußten.

Autismus wird meist mit eskalierenden Situation verbunden: das Kind wirkt bockig, schreit und ist oft auch selbst- oder fremdaggressiv. In diesem Stadium sucht man Hilfe bei Fachleuten und die Wahl der Mittel mündet in eine Verhaltenstherapie für das Kind. In diesem Vortrag wurden die Hintergründe, die Motive des Kindes beleuchtet und es wurde klar, daß eine Intervention lange Zeit vor der Eskalation nötig ist. Die Not des Kindes auf Grund seiner Einschränkung sollte möglichst früh erkannt werden, lange bevor der typische Leidenweg für das Kind beginnt, der dann zwangsläufig in der Eskalation endet.

Wir haben dazu meine Installation „Matchboxautos“ gesehen, die überdeutlich die innere Not des Kindes zeigt. Der NDR war mit einem Kamerateam dabei, der voraussichtliche Sendetermin ist der 27.August bei „Hallo Niedersachsen“ um 19:30.

 

 

 

Öhringen                             01.07.2017

 

„Autismus in der Innen- und Außenperspektive“ hieß die Fortbildung der AWO Pflege+Betreuung in Öhringen.

Oft werden Charakter, emotionale Bedürfnisse und das konkrete Lebensfeld des autistischen Kindes nicht genügend in den Hilfeplangesprächen berücksichtigt und es entstehen unbefriedigende Situationen in der Begleitung des Kindes.

  Selbst in Fachbüchern werden eskalierte Situationen immer mehr thematisiert und scheinen das eigentliche Thema über Autismus zu werden. Umso wichtiger ist an dieser Stelle die Berücksichtigung der Innenperspektive des Kindes: Die schnelle Überforderung von außen und die große Angst vor konkreter und massiver Zurückweisung der neurotypischen Menschen.

Die Diskussion über Lösungsansätze wie „Mama-Aspekte“ ließ die Gruppe sehr nah zusammenrücken.

 

 

 

Meppen                               31.05.2017

 

Bei bestem Wetter fand sich Fachpersonal ein, um über therapeutische Konzepte der Begleitung und Förderung von autistischen Menschen zu reflektieren. Im Mittelpunkt stand eine kritische Sicht auf aktuelle Konzepte wie ABA, TEACCH und MarteMeo. In wie weit lassen sich diese Konzepte im beruflichen Alltag anwenden, was sind ihre Annahmen und was ihre Aussagen?

Wie sehen diese Konzepte aus der Sicht autistischer Menschen aus? Dienen sie nur den Vorstellungen neurotypischer Menschen oder haben sie auch einen Nutzen für die zu Betreuenden?

Im Kernpunkt unserer Antworten auf diese Fragen stand immer wieder die eigene Verantwortung für die Situation, die eigene Reflexionsbereitschaft und die empathische Sicht auf das Leid der Klienten.

 

 

 

Celle                               13.05.2017

 

Der Fachtag in Celle war mit rund 200 Teilnehmern ausgebucht.

Er war in drei Bereiche gegliedert:

Der erste Vortrag (Matthias Brien) beschäftigte sich mit Hinweis auf das Übertragungsangebot des autistischen Menschen, auf das die neurotypischen Menschen mit leichter Verwunderung bis harter Ablehnung reagieren. Autismus wird hier als Resultat einer langen Kette von Mißverständnissen dargestellt.

Der zweite Vortrag (Reinhard Rudolph) zeigte auf mögliche menschliche Ursachen des Mißverstehens, auf die neurologischen Ursachen, die das Mißverstehen begünstigen und die, die begleitende oft ärgerliche Emotion hervorbringen können.

Der dritte Vortrag (Dr. Niels Hamel) stellte eine besondere Zugangsmöglichkeit dar, die das Mißverstehen reduziert und die Beziehungs-Entwicklung des Kindes fördert.

Gee Vero konnte mit ihrem Vortrag eine Brücke zum Publikum bauen. Sie hat die Menschen mitgenommen und so geholfen, daß die oft negativen Gefühle gegen autistisches Verhalten aufgeweicht werden konnten.

 

Zusätzlich konnte ich Bilder als mit Ton unterlegte Videoinstallation präsentieren.

Für alle männlichen Besucher wirkte die gegenständliche Installation: „Die nicht enden wollende Kontrolle“ wie ein Magnet. Auf einer acht Meter langen Strecke sind 1200 Matchboxautos aufgereiht. Am Ende sitzt ein in die Ferne blickendes Kind, ein Auto in der Hand, hinter sich einen Berg noch nicht kontrolliert aufgereihter Autos.

Lehrte                                05.04.2017

 

Am 05. April war die Ausbildungsgruppe zur Qualifizierung von Gruppenleitern in Werkstätten für behinderte Menschen auf dem Adolphshof zu Gast und wir hatten zusammen ein intensives Seminar über die Autistische Wahrnehmung. Nach einer kurzen theoretischen Einführung ist eine sehr lebendige Diskussion zwischen den Teilnehmern und mir entstanden. Da alle Teilnehmer fundierte praktische Kenntnisse hatten, war es ein äußerst bereichender fachlicher Austausch.

 

 

Hildesheim             07.03.2017

 

„Ein autistisches Kind im Kindergarten“ war der Titel des Seminars. Wir haben uns einen Ansatz erarbeitet, der nicht ein vermeintliches Defizit im Blick hat, sondern der das Sich-Gestört-Fühlen hinterfragt. Autismus wird in der Regel als Störfaktor wahrgenommen. Der Arbeitsprozeß im Kindergarten wird gestört. Aber was genau wird da eigentlich gestört?

An dieser Stelle haben wir heilpädagogisch nachgedacht. Wir haben eine Überforderung des Kindes erkannt und haben den Handlungsrahmen an die Möglichkeiten des Kindes angepaßt. Damit wird  unnötiger Streß aus der Situation genommen und das Stören weitgehend reduziert. Damit fördern wir die Entwicklung des betroffenen Kindes und die Gemeinschaft  unter den Kindern.   

 

 

Hamburg                    25.02.2017

 

Der Bundesverband zur Förderung von Menschen mit Autismus hatte wieder zu einem ganz speziellen Thema eingeladen. Im Besonderen haben wir uns mit dem Begriff der Zentralen Kohärenz (Uta Frith) beschäftigt. Der Schwerpunkt lag auf den Begriffsfelder: Zentrale Kohärenz in der Wahrnehmung, im Denken, im Handeln und in der Kommunikation. Das intuitive Erfassen des wahrscheinlich richtigen Zusammenhangs geschieht bei neurotypischen Menschen augenblicklich und ganz intuitiv. Menschen mit Autismus benötigen dafür eine bedeutend längere Zeit, da sie nur eine schwächere Zentrale Kohärenz ausgebildet haben. Sie sind, wie es Peter Vermeulen ausdrückt, „kontextblind“ und die meisten Schwierigkeiten im Leben eines Menschen mit Autismus haben hier ihre Ursache.
Im Anschluß sahen wir den Film "Der lange Schulweg", der diese Kategorien weniger theoretisch, sondern ganz praktisch im Alltag eines Schulkindes zeigt.

 

 

Helmstedt              04.02.2017

 

„Schule und Alltag bei Menschen mit ASS“ hieß das Seminar und es ist ein ganz intensiver Arbeitstag geworden.

Mit der Frage: „Wie zeigt sich die autistische Störung auf einer einsamen Insel“ kamen wir vielen Mißverständnissen und Falsch-informationen über Autismus auf die Spur. Nicht alles, was für Autismus gehalten wird, geht tatsächlich auf eine autistische Störung zurück. Und nicht jedes autistische Verhalten ist unheilbar. Gute Beobachtung und Selbstreflexion sind unabdingbar. Wir erarbeiteten uns eine heilpädagogische Grundhaltung, mit der wir den Kindern den Schulalltag leichter gestalten können.

 

 

 

 

Hannover               14.01.2017

 

In der Seminarreihe des AZH Hannover ging es auch um die Frage, ob und wie sich die autistische Störung vor meiner Diagnose als „Anders-Sein“ geäußert habe.

Es gibt unter den Aspergern einige Autoren, die meinen, sich auch schon vor der Diagnose tatsächlich als „anders“ empfunden zu haben, als seien sie von einem anderen Planeten. Ich bin da skeptisch und halte diese Einschätzung für das Resultat einer späteren Reflexion der Betroffenen. Es ist die  Übernahme einer Beurteilung, wie Nichtbetroffene sie beschreiben. Es ist in der letzten Zeit üblich geworden, gerade die autistische Störungssymptomatik mit dem Bild eines „Anders-Sein“ in Verbindung zu bringen. In der Regel sind es die Nichtbetroffenen, die über Autismus sprechen und den Begriff beschreiben und prägen.

Meine Antwort, ob ich vor der Diagnose ein „Anders-Sein“ wahrgenommen habe, lautet: „Nein, das habe ich nicht.“

 

 

 

Göttingen                       17.11.2016

 

Der Gesprächskreis Autismus Göttingen und das Forum Ritterplan haben erneut zu diesem Vortrag eingeladen und das Interesse war wieder riesengroß.

Ich konnte anhand meiner ersten Filme zeigen, wie ich auf meiner Suche nach einer befriedigenden Welterfahrung immer nur Teilaspekten eine eigene Bedeutung geben konnte. Im großen Kontext war das nicht immer völlig falsch, aber doch sehr schräg. Die therapeutischen Hilfestellungen waren vor 30 Jahren noch vollkommen von einer defizitären Sicht auf den Autismus geprägt. Aus diesem Grund konnte es auch keine stützende Hilfe geben.

Meine frühen Bilder zeigen zu dem auch Aspekte einer stark depressiven Verfassung, die dank einer starken Partnerschaft nicht die Oberhand gewinnen konnten.

 

 

 

Bad Bevensen                       16.11.2016

 

„Einschränkung oder Behinderung?“ das war die zentrale Frage in der Fortbildung für die FSJ´ler. Wer behindert wen und wodurch?

Wir haben Möglichkeiten diskutiert, um uns der vielen unbewußt herbeigeführten Behinderungen bewußt zu werden. Gerade das tief in uns verankerte ingroup – outgroup - Empfinden läßt schnell und voreilig Menschen mit einer Einschränkung aus der Peergroup fallen. Nur durch konsequente Selbstreflexion lassen sich hier Behinderungen reduzieren, indem der Austausch zum Menschen mit einer Einschränkung bewußt gesucht wird. Stimmt meine Annahme über diesen Menschen überhaupt? Was ist eigentlich seine Meinung zu der Situation? Welche Bedürfnisse empfindet er? Wo könnten wir etwas gemeinsam erleben?

 

 

Peine                         24.10.2016

 

Das Thema war so spannend und die Teilnehmerinnen so interessiert, daß wir eine ganze Stunde überzogen haben. Autismus aus der „Innenperspektive“ gesehen, zeigt ein anderes, unübliches Störungsbild. Es hat wenig mit dem zu tun, was in der Öffentlichkeit für Autismus gehalten wird. Ein autistisches Kind lebt weder „hinter dem Mond“, noch auf dem Mars oder Saturn. Es lebt mit uns gemeinsam auf und in dieser Welt. Wie bei allen Menschen ist Alltag des Kindes mitgeprägt von seinem eigenen Charakter, Anlagen, Gemüt … und der Tagesform. Und hier benötigt das Kind auch eine Erziehung.

Eine autistische Störung muß daher gar nicht generell immer zu eskalierenden Situationen führen, wenn man frühzeitig die Lage und auch die Not des betroffenen Kindes versteht und ihm hilft, Barrieren zu umgehen und Mißverständnisse aufzuklären.

 

München                  15.10.2016

 

Das Seminar hieß: „Autistisches Wahrnehmen und Denken – aus der Innen- und der Außenperspektive“.

Aus dem sehr komplexen Thema „Autismus“ haben wir im Seminar besonders den Aspekt „zentrale Kohärenz“ behandelt. Während Herr Rudolph die wissenschaftliche Basis vermittelte, zeigte ich an Beispielen  anderer Menschen mit ASS oder aus meinem Leben wie das praktisch aussehen kann. Durch die wechselnde Darstellung erst der Außen- und dann der Innensicht war das Verstehen für die Teilnehmer leichter.

Es sollte u. A. auch deutlich werden, daß ein Leben mit ASS ein anstrengendes ist.

 

Hannover                                  30.09.2016

 

„Was versteht man unter einer autistischen Störung?“  das war die Frage, die wir uns gestellt haben. Wir haben über  den Unterschied  des Umgangs mit der Störung an sich und der direkten Wirkung der Störung auf den Menschen selbst, gesprochen.  Kinder mit ASS  eignen sich einen ganz individuellen Umgang mit der eigenen Störung an und benötigen deshalb die Unterstützung der Erwachsenen, die sie in ihrem Leben begleiten. Wie  Eltern, Lehrer , Schulbegleiter, Therapeuten oder   Menschen in den verschiedenen sozialen Lebensbereichen.

Das Verständnis über die Natur der Störung ist die wichtige Grundvoraussetzung, für eine gelingende Unterstützung.

Wie wirkt sich die Störung auf die Wahrnehmung aus und beeinflußt  die Entstehung einer Weltvorstellung?

 

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Celle                                13.August 2016

Es war ein sehr intensives 5Std-Seminar mit dem Thema: "Schulbegleitung bei pubertierenden Jugendlichen mit ASS". Wir haben zunächst biologische und soziologische Aspekte der Pubertät erörtert. Danach konnten wir uns ein Bild von dem Ausmaß der Unsicherheiten machen, die ein Jugendlicher mit ASS in der Pubertät erfährt.
Wie kann sich die Schulbegleitung in diesem scheinbar hochexplosiven Durcheinander zurechtfinden. So viele unerfüllbare und verwirrende  Erwartungen werden von Schule, Elternhaus an den Jugendlichen gestellt. Wie soll er sich ohne eine Peergroup relativ sicher bewegen? Wie kann die Schulbegleitung eine Hilfestellung geben?
Wir haben uns ein Grundlagenverständnis für die Herangehensweise in der Rolle ähnlich einer "Mama" erarbeitet.

Almke 06.Juli 2016

 

Es war ein ungewöhnlicher Ort für ein Seminar über Autismus, es war ein schwarzes Zelt im Landeslager VCP in Niedersachsen mit ganz außergewöhnlichen Teilnehmern. Jung, aufgeschlossen und dem Kind zugewandt.
"Wie kann ein autistisches Kind in der Gruppe der Pfadfinder mitmachen?" das war die zentrale Frage.

 

Bad Gandersheim  21.Juni 2016

 

"Frühe Förderung der Sprachfindung bei autistischen Kindern" war das Thema des Seminars für Mitarbeiterinnen aus dem Kindergartenbereich. Der Kinderschutzbund in Northeim hatte zu diesem Seminar eingeladen.
Bevor ein Kind zum Sprechen kommt, muß es erst seine körperliche Fähigkeit zum Sprechen entdecken. Bei vielen autistischen Kindern ist dieses Auffinden nicht befriedigend gelungen. Die Intention sprechen zu wollen, zu können bildet sich nicht genügend aus.
Anhand vielfältiger Beispiele aus der Diade Mama-Kind haben wir Möglichkeiten praktischer Förderungen erörtert. Wir haben nach Handlungsideen gesucht, die sich in den Ablauf des Kindergartentages einbinden lassen.

Helmstedt                16.Juni 2016

DER PARITÄTISCHE Helmstedt hat zu diesem Vortrag eingeladen. Der Andrang war größer als geplant und meine Zugverbindung hatte 27 Minuten Verspätung.
"Was bewegt einen Menschen mit ASS zu dem typisch autistischen Verhalten?" war die große Frage, die wir diskutierten. Die ärztlichen Diagnosekriterien helfen uns nicht wirklich weiter, wir brauchen ein gutes Verständnis der inneren Beweggründe, um dem Kind eine Hilfestellung zu geben. Bis es dann schließlich zu extremen Verhaltensstörung kommt, hat das Kind meist schon einen langen Weg der Frustration hinter sich.
Es braucht vor allem einen wirklichen Menschen neben sich.

Bückeburg                03.Juni 2016

Pubertät bei Menschen mit ASS war das Thema des Seminars für die Schulbegleitungen.
Was passiert in der Phase der Pubertät in unserem Körper und wie erleben Jugendliche diese Veränderung? Welche zusätzlichen Schwierigkeiten treten bei Jugendlichen mit ASS auf und wie kann ein Schulbegleiter darauf reagieren?
Welche Rolle spielt die Peergroup in dieser Zeit?
Wir haben Lösungswege diskutiert und anhand aktueller Fallbeispiele und Erlebnisberichten betroffener Menschen besprochen.

 

 

Hannover                02. Juni 2016

Das Elternforum Hannover hatte zu dieser Veranstaltung eingeladen.
Aus dem Buch "Das Asperger-Syndrom im Beruf" wurden einige Fallbeispiele vorgelesen und erörtert. Warum scheiterte der junge Mann aus dem Buch? Was hätte da anders laufen müssen?
Vermutlich fehlte auf beiden Seiten die nötige Information über die aktuelle Situation des jungen Mannes. Weder er selbst, noch der Auftraggeber waren ausreichend über die Grenzen informiert, die durch die autistische Störung bei dem jungen Mann vorhanden sind. Beide Seiten gingen daher von falschen Voraussetzungen aus und mußten scheitern.
Die Eltern der Gruppe erklärten sich bereit, den einen oder anderen Hinweis aus der Diskussion bei ihren Jugendlichen umzusetzen und darüber im nächsten Forum zu berichten.

 

Westerstede           20.+21.. Mai 2016Das Institut MitWirkung in Westerstede bietet ein reichhaltiges Seminarangebot rund um Sprach- und Entwicklungsförderung. Klaus Kokemoor und ich konnten dort in einem intensiven 2-Tage-Seminar die Bedeutung von "Autismus" contra "System" vorstellen. Zusammen mit den Teilnehmern haben wir kritisch die gängigen Vorstellungen über Autismus beleuchtet und Sichtweisen diskutiert, die dem betroffenen Kind gerechter werden.
Wo steht sich die Förderung während der Förderung selbst im Wege, war die zentrale Frage. Sind Ideen wie TEACCH oder ABA tatsächlich so empfehlenswert oder gibt es noch ganz andere Ansätze? Autismus ist doch eher als eine Form einer Kultur zu verstehen.

 

Heidelberg           29. April 2016

Der Regionalverband Autismus-Nordbaden-Pfalz e.V. in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule bietet zum Thema Autismus eine vielschichtige Vortragsreihe an. Reinhard Rudolph und ich haben die Innen- und Außen-perspektive in der autistischen Wahrnehmung beleuchtet. Ein wichtiger Aspekt scheint die ganz unterschiedliche Vielfalt der Ursachen und Symptome zu sein. Auf der subjektiven Seite erlebt der Betroffene eine unerschöpfliche Vielfalt an Symptomatiken, während die Wissenschaft nur wenige objektive Verursachungen kennt. Diese Tatsache erleichtert natürlich auf beiden Seiten die Suche nach geeigneten Hilfestellungen, insbesondere der Hilfestellung für die Familie, in der das Kind aufwächst.

 

Hildesheim (Kulturfabrik)                                                   23.+24.April 2016

Einem großen Publikum konnte ich meine Zeichnungen zeigen. Die Kommunikation, die über sie mit meiner Frau stattfand, war für viele Gäste ein neuer und oft auch erstaunlicher Aspekt im Thema Autismus. Es entstanden intensive Diskussionen unter dem geladenen Fachpublikum. Kunst als Medium der Kommunikation im Sinne einer differenzierter Sprache ist sicherlich nicht ein einfaches Thema, für viele war es eine enorme Herausforderung.
Für mich zeigen diese Zeichnungen meine Reaktion auf ein damals aktuelles Kommunikationsangebot meiner Frau. Das für mich Unsagbare bekommt hier Form und Ausdruck und eine Möglichkeit einer gelingenden Kommunikation entsteht.

Hamburg               09. April 2016

Der Verein Autismus-Deutschland hat wegen der hohen Nachfrage noch einmal nach Hamburg eingeladen. Das Thema war erneut: Wie stellt sich die Innen- und Außenperspektive der autistischen Störung dar? Wie sicher ist der Umgang mit autistischen Menschen, wenn wir nur unsere eigene Perspektive kennen?
Das Beschreiben und Verstehen der autistischen Wahrnehmung ist über den neurotypischen Kontext möglich. Die 3K = "Konnektivität, Kohärenz und Kontext", so fasste es ein Teilnehmer zusammen. Eine schöne Eselsbrücke für die wichtigsten Eckpfeiler.

 

Celle (Elternforum)  08.März 2016

Nun ist die Diagnose da, aber wie sage ich es meinem Kind? Und was bedeutet sie für die Familie?
Wir erörterten fünf Schritte: von der Diagnosestellung über den Co-Patient bis zum Erstellen eines Familienplans. Die Familie berät sich, behält die Verantwortung, wird selber Fachmann und geginnt für sich realistische Visionen und Bewältigungsstrategien zu entwickeln. 
So kann sich eher aus der "Behinderung" eine Familien-Aufgabe und echte gemeinsame Zufriedenheit entwickeln.

 

Hildesheim             03.März 2016

Die Malteser haben ihre Fortbildungsreihe 2016 "Inklusion konkret" eröffnet. Mein Vortrag "Definition von Behinderung" war gut besucht und regte zu einem Perpektivenwechsel an.
Wer behindert eigentlich wen, wann und wo? Viele gegenseitige Behinderungen geschehen ganz unbewusst und erhöhen so ungewollt Tendenzen zu Mißverständnissen. Am Beispiel meiner Begegnung mit dem Pastor und Kabarettist Rainer Schmidt in Hamburg zeigte ich verschiedene Wege aus dem üblichen und starren Denkmuster über "Behinderung".

 

Hamburg               30.Januar 2016

Der Verein Autismus-Deutschland hatte nach Hamburg eingeladen. Das Thema war: Wie stellt sich die Innen- und Außenperspektive der autistischen Störung dar? Wie sicher ist der Umgang mit autistischen Menschen, wenn wir nur unsere eigene Perspektive kennen?
Über die Darstellung der autistischen Wahrnehmung und deren Übersetzung in den neurotypischen Kontext haben wir uns einer praxistauglichen Sichtweise angenähert, diese haben wir mit heilpädagogischen Handlungsweisen verbunden.
 Die Diskussion mit dem Thema: Neurotypische Projektion zeigte auf, wie sehr wir selber unbeabsichtigt und unbewußt mit unserem Verhalten für eskalierte Situationen mitverantwortlich sein können.

 

Alfeld (FSJ)          07.Januar 2016

Wie wird eigentlich ein Seminar "autismusgerecht" beendet? Klatschen die Teilnehmer in die Hände? Trommeln sie mit den Fingern auf den Tisch? Sagen sie in einer Abschlußrunde, wie es ihnen gefallen hat?
Wir haben alle zusammen lange darüber grübeln müssen, bevor eine gute Lösung für den Referenten gefunden wurde. Und war diese Lösung auch für die neurotypischen Teilnehmer befriedigend und akzeptabel? Sicher nicht emotional befriedigend, aber doch akzeptabel. Der Autismus läßt Zusammenhängendes oft zusammenhanglos erscheinen und daher ist es gut, das Ende eines Seminars als "Einzelding" zu benennen. Und das hat ausgezeichnet geklappt.

 

Vienenburg                                                                            12.November 2015

Der GEW Ortsverband Vienenburg hatte zu dieser Veranstaltung eingeladen. Das Interesse war enorm, die Aula war bis auf den letzten Platz belegt.
Der Film "Der lange Schulweg" hat uns schnell in die Problematik der ASS-Beeinträchtigung eingeführt. Am Beispiel von Felix haben wir Möglichkeiten der Kompensation und Abwehrstrategien gesehen, die das Kind von sich aus machen kann und tun möchte. Wir haben daraus verschiedene einfach umzusetzende Kommunikationshilfen erörtert, um wirkungsvoll zu beginnen, die vielen Mißverständnisse mit autistischen Schülern und Menschen zu reduzieren.
Als positives Merkmal von Felix wurde seine Selbstregulation gewertet und gerade hier soll die pädagogische und ermutigende Arbeit der Schule ansetzen.

Göttingen             08.Oktober 2015

Die 11. Veranstaltung der BBS Ritterplan zum Thema Autismus hat großes Interesse gefunden. Das Thema hieß: "Autistisches Wahrnehmen und Denken". Ich habe einige meiner Zeichnungen, die ganz typische Elemente der autistischen Wahrnehmung enthalten, vorgestellt. Diese vom Publikum verstandenen Elemente lassen sich leicht in den Alltag übertragen und machen damit manches auffällige Verhalten verstehbarer und erträglicher.
Nach dem Film "Der lange Schulweg" hat es eine intensive Diskussion, besonders von Seiten der Lehrerschaft und Studenten gegeben. Allen ist sehr klar geworden, daß der Fokus für Felix in der Förderung der Selbstregulation liegen sollte, um gemeinsames Erleben und damit die Inklusion gut gelingen zu lassen.

 

Rinteln              24.September 2015

Der Film "Der lange Schulweg" hat uns schnell in die Problematik eingeführt. Ein zentrales Thema wurde die Pausengestaltung für Schüler mit ASS. Wir haben verschiedenen Ansätze diskutiert, ob z.B. ein Schüler mit ASS evtl. in der Pause im Klassenraum bleiben dürfe. Würde ihm diese Maßnahme im Hinblick auf seine Einschränkung entgegenkommen, Erleichterung verschaffen? Sollte man es ihm gestatten, dann am Lehrstoff weiterzuarbeiten? Wie könnte in diesem Fall die Aufsichtspflicht erfüllt werden?

Wir haben verschiedene einfach umzusetzende Kommunikationshilfen erörtert, um wirkungsvoll zu beginnen, die vielen Mißverständnisse mit den autistischen Schülern zu reduzieren.

 

Leer                    10.September 2015

Autistisches Wahrnehmen und Denken beeinflusst das Verhalten des betroffenen Menschen. An diesem Verhalten "stoßen" wir uns oft und interpretieren es meist auch noch falsch, was dann schnell in eine eskalierte Situation führen kann.
Jeder Mensch kann sich auch autistisch verhalten, ein Schauspieler kann das sogar recht gut. Aber nur Menschen mit einer autistischen Störung erleben dieses permanente innere Leiden, welches von der Störung verursacht wird und reagieren darauf mit ihrem auffälligen Verhalten. 
Menschen mit Autismus brauchen Menschen an ihrer Seite, die Stütze und Schutz geben und keine Therapieindustrie mit lockenden und schmeichelnden Versprechungen. Autistische Menschen möchten das Miteinander erleben, wie jeder andere auch.

LEB (3) Hildesheim   29.August 2015

Auch am dritten Seminartag haben wir wieder mit dem Ansatz "Axel (Felix)-Hexenwasser-Mama" gearbeitet und es ist allen sehr gut gelungen, eine heilpädagogische Arbeitsweise zu entwickeln. 
Zusätzlich haben wie diskutiert, was eine gut vorbereitete Umgebung für die Inklusion bedeutet, z.B. in der kurzfristigen Umgestaltung eines Mal-Tisches, um für das autistische Kind die Umgebung anzupasen. Kita und Krippe sind für Regelkinder und Kinder mit Beeinträchtigung gleichermaßen Erfahrungsräume. Das beeinträchtigte Kind mitzunehmen muss keine Mehrbelastung sein, wenn man das Prinzip vom Reduzieren von Material und Reizen verstanden hat.

 

Hildesheim                  30.Mai 2015

Am Samstag war das Seminar: "Frühe Förderung der Kommunikation autistischer Kinder im Kindergarten" in der Fortbildungsreihe der Malteser in Hildesheim dran. Die Teilnehmerinen beschäftigten sich intensiv mit der Frage, wie eine Kommunikation mit einem autistischen Kind aufgebaut ist und welche Unterschiede es zur Kommunikation mit einem Regelkind gibt.
An welche Vorbereitungen sollte die Erzieherin denken und wie sollte sie die Ansprache gestalten, damit eine wechselseitige Kommunikation gelingen kann?

Wir haben einzelne Aspekte der Kommunikationsentwicklung und - förderung anhand der Thesen von Bernard Aucouturier zur Psychomotorik besprochen.

Celle                21.April 2015

Im Linerhaus haben der Elternkreis, Gäste und Betroffene gemeinsam den Film "Der lange Schulweg" gesehen. In der sich anschließenden Diskussion wurde wieder deutlich die Notwendigkeit eines Perspektivenwechsels des Nichtbetroffenen betont, um Mißverständnisse und Überforderungen für den Asperger zu reduzieren. Es handelt es sich eigentlich nicht um schwierige Interventionen. Mit einer dem Perspektivwechsel angepassten Haltung lassen sich Die so störenden Mißverständnisse recht einfach aufklären und vermeiden.
Für viele war der Blick in das subjektive Leiden des Kindes im Film überaus beeindruckend.
Bückeburg 10.April 2015
Heute wurde der Film "Der lange Schulweg" in einem Kino in Bückeburg gezeigt. Das war ein ganz besonderes Ereignis. Nicht nur die riesige Leinwand, sondern auch die hervorragende Akkustik haben den Ausdruck des Films unterstrichen, alle Zuschauer konnten den Schulweg und den Schulalltag des Kindes "hautnah" miterleben.
In der anschließenden Diskussion wurden einige sehr wesentliche Aspekte in der Schulbegleitung kritisch beleuchtet. Das Kind darf und muß eigene Erfahrungen machen, um eine eigene wirksame Selbstregulation aufbauen zu können. Gerade hier benötigt das Kind Unterstützung.

Lübeck                         18.März 2015

Damit Inklusion in der Schule gelingen kann, ist für Lehrer und Schulbegleiter ein genaues und brauchbares Bild der autistischen Störung nötig. Das eigene Verständnis über die autistische Störung sollte ihm ein gutes Handwerkzeug sein.
Der Film "Der lange Schulweg" zeigt einige Szenen über die gelungene Interaktion zwischen Felix und seiner Lehrerin. Felix, der in seiner Selbstregulation erfolgreich ist, wird hier unterstützend gefördert. Dennoch spürt man auch, daß der Schultag für Felix sehr anstrengend ist und auch ein hohes Potiential des Scheiterns innehat. Damit das nicht geschieht, braucht er ein warmherziges und freundliches Gegenüber, um nicht in der Überforderung zu verzweifeln.

 

Autistisches Wahrnehmen und Denken 07.März 2015

Der Bundesverband zur Förderung von Menschen mit Autismus hatte zu einem ganz speziellen Thema eingeladen und ist einem hohen Interesse nachgekommen. Ganz zentral haben wir uns mit der Problematik der ungenügenden Zentralen Kohärenz beschäftigt. Ein Phänomen, das ganz typisch für die autistische Störung ist.
Der Schwerpunkt lag auf den Begriffsfelder: Zentrale Kohärenz in der Wahrnehmung, im Denken und im Handeln. Das intuitive Erfassen des wahrscheinlich richtigen Zusammenhangs geschieht bei neurotypischen Menschen augenblicklich ("Achtung: hier kommt ein Bild" und wir erfassen ein Haus und weniger ein Detail). Menschen mit Autismus benötigen dafür eine bedeutend längere Zeit, da sie in der Kürze doch eher nur ein Detail wahrnehmen und nicht das Haus.
Im Anschluß haben wir den Film "Der lange Schulweg" gesehen, der diese drei Kategorien weniger theoretisch, sondern ganz praktisch im Alltag eines Schulkindes zeigt.

Bremen        20. + 21. Februar 2015

Es waren zwei Tage Erfahrungsaustausch und Praxis unter Fachleuten. INFO Bremen war wieder einmal die richtige Adresse, um sich ganz intensiv über die Grundstörung Autismus auszutauschen.
Autismus wird zu oft mit eskalierten Situationen in Zusammen-hang gebracht. Zum Beispiel führen die unzureichende Unterscheidung zwischen der Grundstörung und einer Stressreaktion des Kindes in die Irre. Die getroffenen Maßnahmen bleiben wirkungslos. Oft entwickelt sich aus dem immer wieder erfolglosen Ausprobieren medial bekannt gemachter Interventionen eine lähmende Frustration auf Seiten der Eltern, der Lehrer und der Therapeutinnen. Und das Kind leidet weiter.
Das Erlebnis, in das "Lange Tuch" eingewickelt zu werden und dann über alle eigenen Sinne die Interaktion mit dem Menschen gegenüber zu erleben, war für alle Teilnehmerinnen wohltuend.